Die größte Hürde beim Austausch eines Proact-Systems der ersten Generation (bestehend aus Regler und Aktuator) ist oft die Unklarheit darüber, welches Nachfolgesystem tatsächlich das richtige ist.

Warum wurde eine neue Version notwendig?

Woodward musste das Design anpassen, da die ursprünglich verwendeten Hall-Sensoren (Winkelaufnehmer) im Aktuator nicht mehr verfügbar waren. Da die neuen Sensoren technisch nicht mit der alten Hardware kompatibel waren, musste konsequenterweise auch das Design des Reglers überarbeitet werden.

Kompatibilität und Empfehlung

Die gute Nachricht vorab: Sollte der alte Aktuator noch voll funktionsfähig sein, kann dieser auch mit dem neuen Regler betrieben werden. Dennoch empfiehlt es sich, beide Komponenten zeitgleich auszutauschen, da das alte System bereits seit Jahrzehnten nicht mehr produziert wird.

Ein entscheidender Vorteil des neuen Reglers ist die moderne Bedienoberfläche. Alle Parameter lassen sich bequem am PC auslesen und anpassen – ein gewaltiger Fortschritt gegenüber dem unpraktischen alten Handheld-Terminal mit seinem zweizeiligen Display.

Der konkrete Austausch

In unserem Fall wurde ein altes Set mit folgender Konfiguration ersetzt:

  1. 9905-462 – Proact-Drehzahlregler
  2. 8405-020 – Aktuator mit einem Stecker, Feder-Rücklauf und Drehrichtung im Uhrzeigersinn (CW).

Als passender Ersatz wurden folgende Komponenten gewählt:

  1. 8400-065: CONTROL-PROACT SPD CTRL MODEL I RMT SPD SETTING (ROHS)
  2. 8405-065: ACTUATOR-PROACT I, CW, MS CONNECT, SPEED CTRL

Installation und Inbetriebnahme

Optisch unterscheiden sich die neuen Geräte kaum von ihren Vorgängern, und auch der Anschluss erfolgt identisch. Ein großer Pluspunkt: Sowohl die vorhandenen Kabel und Stecker als auch die mechanischen Befestigungsbohrungen können eins zu eins weitergenutzt werden.

Da die Parameterbezeichnungen des neuen Reglers mit den alten identisch sind, war die Konvertierung in wenigen Minuten erledigt. Die alten Daten wurden mithilfe eines Handheld-Simulators und eines RS-422-zu-USB-Interfaces ausgelesen und anschließend via Kvaser-CAN-Interface in die neue Steuerung übertragen.

in diesem Bild sieht man die Belegung des Interfaces des Proact,

Proact Speed Control

ein kurzes Video zeigt zwei möglichen Programme zum auslesen der Parameter aus alten Steuerung:

Das Ergebnis:

Zur positiven Überraschung funktionierte das System auf Anhieb. Der Motor konnte den Betrieb sofort wieder aufnehmen, ohne dass eine weitere Feinabstimmung der Parameter erforderlich war.

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