Warum war die Woodward ProAct-Serie über Jahrzehnte unschlagbar?
Ganz einfach: Schnelligkeit und Präzision. In kritischen Umgebungen wie Kraftwerken oder Rechenzentren, wo jede Millisekunde zählt, waren sie das Maß der Dinge.
Bei uns bei Turner-ECS sehen wir die Qualität täglich in der Werkstatt – oder besser gesagt, wir sehen sie selten, weil die Aktuatoren so extrem robust gebaut sind. Aber auch die beste Technik kommt irgendwann in die Jahre. Die gute Nachricht für alle Anlagenbetreiber: Das Upgrade auf die neueste Version der ProAct Gen I ist ein echtes ‚Plug-and-Play‘-Erlebnis. Digitales Steuergerät und Aktuator sind technisch auf dem neuesten Stand, behalten aber die exakt gleichen Maße und Anschlüsse bei. Ein effizienteres Retrofit gibt es kaum.
Die größte Hürde beim Austausch eines Proact-Systems der ersten Generation (bestehend aus Regler und Aktuator) ist oft die Unklarheit darüber, welches Nachfolgesystem tatsächlich das richtige ist.
Warum wurde eine neue Version notwendig?
Woodward musste das Design anpassen, da die ursprünglich verwendeten Hall-Sensoren (Winkelaufnehmer) im Aktuator nicht mehr verfügbar waren. Da die neuen Sensoren technisch nicht mit der alten Hardware kompatibel waren, musste konsequenterweise auch das Design des Reglers überarbeitet werden.


Kompatibilität und Empfehlung
Die gute Nachricht vorab: Sollte der alte Aktuator noch voll funktionsfähig sein, kann dieser auch mit dem neuen Regler betrieben werden. Dennoch empfiehlt es sich, beide Komponenten zeitgleich auszutauschen, da das alte System bereits seit Jahrzehnten nicht mehr produziert wird.
Ein entscheidender Vorteil des neuen Reglers ist die moderne Bedienoberfläche. Alle Parameter lassen sich bequem am PC auslesen und anpassen – ein gewaltiger Fortschritt gegenüber dem unpraktischen alten Handheld-Terminal mit seinem zweizeiligen Display.
Der konkrete Austausch
In unserem Fall wurde ein altes Set mit folgender Konfiguration ersetzt:
- 9905-462 – Proact-Drehzahlregler
- 8405-020 – Aktuator mit einem Stecker, Feder-Rücklauf und Drehrichtung im Uhrzeigersinn (CW).
Als passender Ersatz wurden folgende Komponenten gewählt:
- 8400-065: CONTROL-PROACT SPD CTRL MODEL I RMT SPD SETTING (ROHS)
- 8405-065: ACTUATOR-PROACT I, CW, MS CONNECT, SPEED CTRL
Installation und Inbetriebnahme
Optisch unterscheiden sich die neuen Geräte kaum von ihren Vorgängern, und auch der Anschluss erfolgt identisch. Ein großer Pluspunkt: Sowohl die vorhandenen Kabel und Stecker als auch die mechanischen Befestigungsbohrungen können eins zu eins weitergenutzt werden.
Da die Parameterbezeichnungen des neuen Reglers mit den alten identisch sind, war die Konvertierung in wenigen Minuten erledigt. Die alten Daten wurden mithilfe eines Handheld-Simulators und eines RS-422-zu-USB-Interfaces ausgelesen und anschließend via Kvaser-CAN-Interface in die neue Steuerung übertragen.
in diesem Bild sieht man die Belegung des Interfaces des Proact,


ein kurzes Video zeigt zwei möglichen Programme zum auslesen der Parameter aus alten Steuerung:
Das Ergebnis:
Zur positiven Überraschung funktionierte das System auf Anhieb. Der Motor konnte den Betrieb sofort wieder aufnehmen, ohne dass eine weitere Feinabstimmung der Parameter erforderlich war.


